Ev-Luth. Kirche St. Petrus, Hamburg-Harburg

Schleifenwindladen, mechanische Tasten- und Registertraktur, Manual I und Pedal durchschoben, (2) X = Doppelschleife, (3)

Koppeln:II – I 16′, II – P 4′, (1) II – I, II – P, I – P
Stimmung: Neuendeich I, Tonhöhe: a‘ – 440 Hz. bei 18° C
Winddruck: I. Manual / Pedal: 75 mm WS, II. Manual: 80 mm WS Disposition:Thomas Panfil, Hans-Jürgen Wulf, G. Christian Lobback Gesamtplanung, Gehäuseentwurf und Mensuren: G. Christian Lobback

Manual I C – g“‘

1 Principal 8′
2 Bordun 8′
3 Octave 4′
4 Trichterflöte 2′
5 Mixtur III-IV 2′

Pedalwerk C – f‘

6 Subbaß 16′
7 Principal 8′ X
8 Gedacktbaß 8′

Manual II C – g“‘ (Schwellwerk)

9 Rohrflöte 8′
10 Viola da Gamba 8′
11 Flöte 4′ (überblasend)
12 Nasat 2 2/3′
13 Terz 1 3/5′
14 Fagott-Oboe
15 Tremulant

1) Oktavkoppeln Die Oktavkoppel wird manchmal mit der Oktavtransmission verwechselt. Die Oktavkoppel betätigt über das Hebelsystem im Bereich des mechanischen Koppelstocks die Tasten der höheren (Oberoktavkoppel) respektive tieferen Oktave (Unteroktavkoppel) desselben oder eines anderen Manuals oder des Pedals. Folglich gelangen damit die Pfeifen aller auf dem betreffenden Manual gezogenen Register zur Ansprache. Oktavkoppeln gab es bereits Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist also keineswegs so, daß erst die romantische Orgel über Oktavkoppeln verfügt. Nebenbei bemerkt ist auch der Schwellkasten bereits um 1730 von Christoph Gottfried Schröter zuerst gebaut worden und somit keine Errungenschaft der romantischen Orgel.

2) Durchschobene Schleifenwindladen Bis in die Barockzeit hinein haben Hauptwerk und Pedal häufig eine gemeinsame Lade gehabt. Vor allem der norddeutsche Orgelbau hat an dieser überaus sinnvollen Konstruktion lange festgehalten. Noch heute zeigen uns bedeutende Orgelprospekte wie z.B. St. Johannis Lüneburg oder St. Ansgari Bremen, daß die Pedaltürme – und damit die Pedalladen – erst nach 1700 angebaut wurden. Die häufig anzutreffende Meinung, durchschobene Laden seien der romantischen Orgel zuzuordnen, ist daher unzutreffend.

3) Transmission (Doppelschleife) Die ersten Transmissionen wurden in Deutschland bereits 1592 von MICHAEL HIRSCHFELDER in Breslau gebaut. Die in der neuen Petrus-Orgel angewendete Normaltransmission macht es möglich, daß Principal 8′ in Manual I mit Hilfe einer zweiten Schleife (daher der Name Doppelschleife) autonom mit einem eigenen Registerzug im Pedal registriert werden kann. Auch die seltener gebauten Oktavtransmissionen haben sich über die Jahrhunderte durchaus bewährt und fördern bei intelligenter Anwendung das künstlerische Orgelspiel.

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